Das Rebjahr 2014

 Das Rebjahr 2014 war in vieler Hinsicht ein denkwürdiges Jahr. Die Wintermonate waren zu mild, man konnte bereits früh im Januar beginnen mit dem Schneiden der Reben. Der Winter hatte wenig Schnee und Niederschlag dafür gab es oftmals Föhntage. Bereits anfang April begann der Austrieb der Reben, am 1. Mai hatten die Reben einen Vorsprung im Wachstum von ca. 2 Wochen gegenüber einem normalen Jahr, der aber Ende Mai wieder eingebüsst war. In der zweiten Juniwoche begannen die Reben zu blühen. Juli und August waren regenreich und sonnenarm, der September und Oktober gab zwar wieder Hoffnung auf einen guten Jahrgang, aber die Anzahl Föhntage hielt sich in Grenzen.

 Ein Auf und Ab prägte also das Rebjahr 2014 und sorgte für viel Gesprächsstoff unter den Winzerinnen und Winzern, wobei drei Themen dominierten: die unbeständige Witterung, die Kirschessigfliege und der Stiellähmebefall. Der Pilzdruck war gross, weil die Witterung während der Vegetation unbeständig war.  Drosophila suzukii (Kirschessigfliege) ist sicherlich das Wort des Jahres bei den Winzern. Dieses Insekt stammt ursprünglich aus Südostasien und tauchte in der Bündner Herrschaft erstmals im Jahr 2011 auf. Im Jahr 2014 sorgte sie für viel Unruhe unter den Winzern. In vielen befallenen Weinbergen mussten grosse Ausfälle hingenommen werden, weil die angestochenen Trauben zu faulen begannen und sich die Fliege explosionsartig vermehrte. Zudem trat aufgrund der Witterung bei einigen Traubensorten, vor allem beim Blauburgunder viel Stiellähme auf. Der Aufwand bei der Lese war dementsprechend gross, musste doch sehr sorgfältig gearbeitet werden.

 In meinem Weinberg hatte der maréchal wie jedes Jahr mit der Stiellähme zu kämpfen. Der Befall der Kirschessigfliege hielt sich zwar in Grenzen, dennoch war der Aufwand bei der Lese gross und die Wimmler mussten gut arbeiten. Die Menge war geringer als sonst, dafür war die Qualität mit 93 Öchsle gut. Der RAC überraschte dieses Jahr mit gutem Ertrag und guter Qualität. Allerdings war der Aufwand gross, weil ich ab Mitte September jede Woche die faulen rausgeschnitten und entsorgt habe. Dafür war das Wimmeln eine Freude!

 Die letztes Jahr gepflanzten Cabernet-Jura05 Trauben entwickelten sich ganz gut und nächstes Jahr kann bei den stark gewachsenen bereits das Stämmchen angeschnitten werden.