Maréchal Foch (Kuhlmann 188.2)

Gutbekannte Standardsorte mit früher bis mittelfrüher Reife, sehr starkem Wuchs und ziemlich langen Internodien. Wegen des starken Wuchses sind enge Pflanzabstände nicht zu empfehlen. Die Trauben sind mittelgross mit kleinen Beeren, die bei schlechtem Blühwetter verrieseln können. Bei dieser Sorte bilden sich oft grünbleibende, unreife Beeren. Recht gute Krankheitsresistenz gegen die Mehltaukrankheiten sowie gute Botrytisresistenz; die Sorte ist diesbezüglich eine der robusteren.

Maréchal Foch bietet von analytischer Seite (Alkohol, pH und Säuren) keine besonderen Probleme. Die oben erwähnten grünen Beeren werden ebenfalls abgebeert und gelangen in die Maische. Möglicherweise sind sie der Grund für die manchmal erhöhten Säurewerte dieser Sorte. Es lässt sich je nach Art der Vinifikation ein interessanter Wein bereiten, mit Charakter eines kräftigen Blauburgunders oder eines südländischen Weines, bisweilen mit einer etwas grasigen Note. In gewissen Fällen spürt man eine leichte Hybridnote, deren Entstehungsbedingungen jedoch wenig geklärt sind, aber tendenzmässig kommt dies bei hohen Reifegraden weniger vor. Denkbar ist auch eine Assemblage von Maréchal Foch mit Léon Millot oder ein Barrique-Ausbau bei hohen Oechsle-Graden (mehr als 90° Oe). 

                    

RAC3209

Kreuzung von Gamay x Chancellor, Austrieb kurz vor Pinot noir. Züchtung der Forschungsanstalt Changins. Verlangt eine sehr gute Blauburgunder-Lage, mässig starker Wuchs, fruchtbar. Muss wie Chancellor auf einen bescheidenen Ertrag eingestellt werden (für Ostschweizer-Lagen nur ausnahmsweise geeignet). Mittlere Resistenz gegenüber Mehltaukrankheiten, sofern der Infektionsdruck nicht zu hoch ist.- Bei guter Reife (ab 90° Oe) gehaltvoller dunkler Rotwein, ähnlich Chancellor. Die Sorte hat im Moment noch keinen Namen; dies wird wohl erst dann der Fall sein, wenn man sieht, dass sie sich bewährt.


Neupflanzung im Jahr 2013 - cabernet Jura 5-02

Über die Jahre gesehen, hat sich der RAC 3209 nicht bewährt. Die Sorte wird auch von der Forschungsanstalt Wädenswil nicht weiter verfolgt. Nach intensiver Suche habe ich im Jahre 2013 eine neue Sorte "cabernet Jura 5-02" gepflanzt. Zusammen mit dem maréchal foch sollte dann wieder ein Cuvée entstehen.

Cabernet Jura ist eine rote Rebsorte. Gezüchtet wurde sie durch Valentin Blattner  aus dem Kanton Jura. Die Sorte ist auch unter dem Züchternamen VB 5-02 oder Valentin Blattner 5-02 bekannt. Es handelt sich um eine Kreuzung zwischen Cabernet Sauvignon x unbekannter resistenter Partner. Die Rebsorte gehört zur Gruppe der  pilzwiderstandsfähigen (kurz: PIWI-)Reben. Sie gilt als frostresistent.