Der Gedanke

Schon lange trug ich mich mit dem Gedanken, einen eigenen Weinberg anzulegen. Nach intensiver Suche, konnte ich an einer geeigneten Lage in der Gemeinde Triesen ein Grundstück für 25 Jahre pachten. Das Grundstück liegt bei der Kapelle St. Mamerten, hat eine Fläche von 1100 m2 und ist südwestlich ausgerichtet. Leider lag es über viele Jahre brach.

Auf den folgenden Seiten habe ich eine Art "Rebberg-Tagebuch" zusammengestellt. Darin sind die wichtigsten Ereignisse mit einigen Fotos dokumentiert festgehalten.

Der Beginn

Die Arbeiten begannen im Juli 1999. Das gesamte Grundstück war stark überwuchert und z.T. mit Bäumen bewachsen. Mein Sohn Michael und ich hatten eine Woche Arbeit, um wenigsten die Sträucher zu entfernen. Zu unserem Erstaunen wurden in der Mitte des Rebbergs zwei alte Bruchsteinmauern sichtbar, die aber in einem schlechten Zustand waren.

Während den Arbeiten wurde ich immer wieder von Leuten angesprochen. Die älteren unter ihnen konnten sich noch erinnern, dass das Grundstück früher in kleinere Parzellen aufgeteilt und schon als Rebberg genutzt worden war. Dies bestätigte sich beim Roden, weil alte Reben zum Vorschein kamen, die über die Jahre bis zu 20 Meter lange Triebe entwickelt hatten.

Die Planung

Im Herbst war die Zeit der Planung. Es galt, sich für eine Traubensorte zu entscheiden und auch die Anlage zu planen. Dabei konnte ich auf die Hilfe meines Rebberaters, Friedrich von Falz-Fein, vom Landwirtschaftsamt zurückgreifen. Nach einigen Abklärungen entschied ich mich dank der Unterstützung von Land und Gemeinde die Mauern wieder instandstellen zu lassen und das Grundstück zu terrassieren. Bei der Wahl der Traubensorte war von Anfang an klar, dass es eine Interspezifische Sorte sein sollte. Nach einer Blinddegustation im Freundeskreis entschied ich mich für den maréchal foch sowie für eine Neuzüchtung der Forschungsanstalt Wädenswil, den RAC3209. Dies nicht zuletzt auch aufgrund einer Empfehlung von Pierre Basler von der Eidgenössischen Forschungsanstalt in Wädenswil. Er war es auch, der mir empfahl, einen Cuvée zu produzieren und keinen sortenreinen Wein. So konnte das Risiko bei einer Pflanzung mit einer neuen Sorte minimiert werden.

Da das Grundstück unterschiedlich steil ist, war klar, dass bei einer Terrassierung nur ein Teil mit einer Drahtanlage geplant werden konnte. Daneben würde es Bereiche mit konventionellem Stickelbau geben.

Es galt nun, ein Unternehmen zu finden, der etwas Erfahrung mit dem Anlegen von Rebbergen hatte. Bei der Firma herbaflor in Balzers wurde ich fündig.

Die Terrassierung

Die Terrassierungsarbeiten waren im Dezember vorgesehen, konnten dann aber erst ab 18. Januar an die Hand genommen werden. Wie man sieht, wurden die Terrassen mit einem Kaiser-Bagger grob planiert. Das etwas in die Jahre gekommene Gerät war ideal für diesen Zweck, weil es nicht so schwer war. Es leistete auch dank der Kunst des Baggerführers ausgezeichnete Dienste. Einigen Aufwand verursachten dann die Mauern. Sie sollten wieder als Trockenmauern angelegt werden, um auch in Zukunft verschiedenen Tieren Unterschlupf zu bieten.

Das Anlegen der Terrassen gestaltete sich noch relativ schwierig, galt es doch das Gelände und die beiden Mauern einzubeziehen. Das Resultat konnte sich dann schlussendlich aber sehen lassen.

Die Feinarbeit

Die Monate März und April galten der Feinarbeit. Die grossen Steine mussten aus den Terrassen entfernt werden. Es galt, die Feinplanie zu machen und die Böschungen entsprechend zu befestigen. Die Terrassen mussten ausgemessen und die Reben und Stickel bestellt werden. Insgesamt sollten 600 Stöcke gepflanzt werden, 350 RAC 3209 und 250 maréchal foch. Die Reben konnten bei der Rebschule Auer in Hallau bestellt werden. Bei den Stickel fiel die Wahl auf ungarische Akazienstickel. Diese haben den Vorteil, dass sie äusserst langlebig sind und nicht behandelt werden müssen.

In der Osterwoche mussten die 600 Stickel eingeschlagen werden. Dazu liess ich mir bei unserem Hausschlosser Eduard Bühler ein Rammrohr machen. Mit der Unterstützung meines Sohnes Michael und des Neffen Daniel schafften wir es tatsächlich in dieser Woche die 600 Stickel reinzurammen. Ein ganz schönes Stück Arbeit!

Der Pflanztag

Nun waren wir parat für das Pflanzen. Die Reben wurden bereits Ende April geliefert und es galt nun, einen günstigen Tag (auch im Hinblick auf den Mond) zu finden. Der Mai war ein äusserst milder Monat mit Temperaturen bis zu 30 Grad. Die Versuchung war gross, die Reben schon Ende April zu setzen, aber die Eisheiligen sollten abgewartet werden. Nachdem sich abzeichnete, dass kein Kälteeinbruch unmittelbar bevorstand, wurde der Pflanztag auf den 13. Mai festgelegt.

Um die 600 Reben an einem Tag pflanzen zu können, mussten alle Familienmitglieder, Freunde und Verwandte eingespannt werden. Der Tag musste gut vorbereitet werden, Werkzeug, Verpflegung, Bewässerung etc. Trotz Checkliste schlief ich nicht gut in der Nacht davor, denn ich wusste, dass ein hartes Stück Arbeit bevorstand. Morgens um 9.00 Uhr begann die Arbeit, das Mittagsziel erreichten wir nicht ganz, aber am Nachmittag kam Verstärkung. Knapp vor dem einsetzenden Regen schafften wir es. Um 18.00 Uhr waren alle Pflänzchen im Boden.